Geocachning: die St. Marienkirche

Die St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) stellt eine der größten Hallenkirchen der norddeutschen Backsteingotik dar. Sie wurde in über zweihundertfünfzigjähriger mittelalterlicher Bautätigkeit errichtet. Der Ursprungsbau aus dem 13. Jahrhundert war eine der frühsten Backsteinkirchen der Mark Brandenburg. Es handelte sich um eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte Hallenkirche. Im 14. Jahrhundert wurde in der Kirche ein Hallenumgangschor errichtet, dessen Dach das Äußere der Kirche wesentlich prägt. Im 15. Jahrhundert wurde das Langhaus fünfschiffig erweitert. Im 16. Jahrhundert entstand mit dem Neubau der Sakristei mit Empore die letzte wesentliche Ergänzung des Kirchenbaus. Im April 1945 wurde die Kirche erheblich zerstört. 1979 wurde mit Restaurierung des Baus begonnen, die 1998 mit der Wiederherstellung der Hauptdächer über Chor und Langhaus ein wesentliches Etappenziel erreichte. Ein Großteil der Ausstattung, wie der Marienaltar von 1489, befindet sich heute in der St. Gertraudkirche.Eine Besonderheit sind die drei großen Bleiglasfenster, die zwischen 1360 und 1370 entstanden. Die im Stil der Gotik gefertigten Fenster bestehen aus insgesamt 117 Bildern, die jeweils 83 mal 43 Zentimeter groß sind und von Bürgern der Stadt finanziert wurden. In einer Art Bilderbibel stellen die Fenster die Schöpfungsgeschichte der Welt, das Leben von Adam und Eva, den Bau der Arche Noah, das Leben Christi und die Antichristlegende dar. 1943 – während des Zweiten Weltkrieges – wurden die Bleiglasfenster der Kirche zum Schutz vor Zerstörung im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci eingelagert. Sie wurden nach Kriegsende zur Zwischenlagerung in das Kriegsbeutelager 1 der Roten Armee auf dem Zentralvieh- und Schlachthof in Berlin gebracht, wo sie sich bis zum 14. August 1946 befanden und dann nach Leningrad verbracht und dort eingelagert wurden. Zahlreiche Bestrebungen, Petitionen der Kirche und der Stadt Frankfurt (Oder) an die russische Regierung, aber auch zahlreiche weitere Einzelinitiativen von vielen Seiten führten im Juni 2002 zur Rückgabe der Fenster.

Am 29. Juni 2002 erhielten die heimgekehrten Fenster in Frankfurt (Oder) einen unerwartet großen Empfang. Da die Fenster das erste große Beutekunstobjekt waren, das Russland an Deutschland zurückgegeben hat, wurde dieses Ereignis von enormer Medienpräsenz begleitet. Am 29. Juni 2007 wurden die Fenster mit 111 restaurierten Bilder feierlich eingeweiht.

Der Cache befindet sich dicht am Mauerwerk. Der GPS-Empfang ist an so einem Gemäuer natürlich nicht optimal, ihr müsst mit einigen Metern Abweichung rechnen.

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