GC284T1 alles „Käse“

Letztes Jahr war meine Maus noch ein wenig zu sportlich und hatte dabei den zweitkürzesten Weg genommen. Der Lösungsweg war eigentlich klar, aber immer wieder war K (wie Käse) nicht die gewünschte Kontrollziffer. Also den rechnerischen Weg mit ein wenig Bastelarbeit unterstützt und ein paar Räume gebastelt. Dann endlich, nachdem mich der chorknabe bei meiner Bastelei theoretisch unterstützt hatte, konnte ich der Maus zeigen, wo der Käse zu holen ist.Heute, nach einem kleinen Schnitzel-Schmaus im XXL-Redo wollte ich einen kleinen Spaziergang unternehmen; hatte der chorknabe doch davon gesprochen, daß man einen bequemen Weg entlang gehen könnte und dann irgendwann rechts abbiegen kann. Das klingt ja nicht schlimm, außerdem ist ja gerade fast Vollmond, da braucht man ja auch kaum eine Taschenlampe. Dachte ich. Und weil es so ein lauer Abend ist, brauche ich ja auch keine Jacke. T-Shirt wird reichen. Dachte ich. Ein kurzer Blick in Google-Earth brachte mich ein wenig ins Grübeln: was ist denn da? Also, ausser absolut nix und etwas Sand? Naja, wird ja schon nicht so wild werden. Dachte ich.

Also habe ich das Cachemobil an geeigneter Stelle abgestellt und bin dem Pfeil hinterher. Ah, da ist ja auch so eine Art Trampelpfad. Der Trampelpfad wurde immer schmaler, das Gras immer höher und die Büsche immer dorniger. Und am Ende steht eine Mauer. Ein kurzer Blick auf den sich unschlüssig im Kreis drehenden Pfeil und dann so eine Art Wildschweinpfad hinterher… und ich bin mir zu 99% sicher, daß das ein Wildschweinpfad war! Der beinahe Vollmond versteckt sich hinter einer Wolke und meine kleine Taschenlampe brennt. Aber viel zu wenig, wie ich finde. Die Blätter und Bäume werfen seltsame Schatten und mehr als einmal war ich der Meinung, daß da irgend ein Vieh an mir vorbei trabt. Ich bin auch nicht alleine. Im Lichtkegel tanzen Mücken, die ich beim Griff in die Brennnesseln, die ich versehentlich für einen dünnen Baum hielt, aufgeweckt habe. Jetzt bedanken sie sich und stürzen sich auf meine unbedeckten Arme. Ich krache durch eine Dornröschenhecke, rutsche ein paar Meter einen Abhang hinab und habe keine Ahnung wo ich bin. Der Pfeil zeigt seit Ewigkeiten sturr etwas um die 40 Meter an, ist sich aber bei der Richtung nie sicher. Die Topo erzählt mir etwas von einer Höhenlinie, über die ich muss. Vor mir geht es steil bergab. Hätte ich hier hochklettern sollen? Der Pfeil zeigt nämlich hinter mich. Dann zeigt er vor mich. Ich gehe nach links weiter, rutsche den Wildschweinpfad entlang und stehe auf einer Lichtung. Ich bin da. Den hint im Kopf suche ich umher. Da liegt ein alter, umgedrehter Topf. Vielleicht spielt der hint auf ein altes Märchen an, das ich nicht kenne? Leer. Ich laufe dem Pfeil hinterher, während über mir irgendetwas aufflattert und dabei heftig meckert. Ich hoffe das war nur eine Taube. Mein Blick wandert vom Blätterdach über mir auf die Entfernungsangabe und von dort auf eine Tupperdose. Ich stehe direkt davor! Geschafft! Schnell ins Logbuch eingetragen und dann wieder zurück – aber diesmal den einfachen Weg. Ich folge dem Trampelpfad nach links, der auch immer breiter wird und immer bequemer zu gehen ist. Und am Ende steht ein Zaun.

Nach einigen Metern, einem aufgezeichneten Track, der aussieht, wie das Flugbild einer betrunkenen Biene und der Gewißheit, daß ich tatsächlich eine andere Taschenlampe brauche, falle ich gleich ins Bett und sag vorher noch artig und voller Ernst: Danke!

 

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