Geocaching: Lost Place Dos & Don’ts

Bei unseren Besuchen auf Lost Places fallen uns immer wieder ein paar Dinge auf, daher hier ein paar Tipps, wie ihr den Aufenthalt auf Lost Places für euch und andere „entspannt“ haltet.

Natürlich handelt es sich hierbei nicht um ein festes Regelwerk, schließlich spiegelt es ausschließlich unsere persönliche Meinung wider. Vielmehr soll dieser Artikel eine Anregung sein, eigene Ideen beizusteuern (Kommentarfunktion). Außerdem besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit!

Grundsätzlich sollte jeder Cacher genug gesunden Menschenverstand haben, um selber über sein Handeln zu entscheiden, und das ist besser als jedes Regelwerk. Daher seid ihr immer für euer Handeln selbst verantwortlich! Dabei müsst ihr in jedem Fall bedenken, dass ihr eventuell auch eine Straftat begeht.Die hier veröffentlichten Regeln sind unter keinen Umständen dazu gedacht, euch dabei zu unterstützen.

  1. Planung Wie bei jedem anderen Ausflug ist eine ausgiebige Vorplanung auch beim Besuch eines Lost Place wichtig. Eventuell könnt ihr schon dem Cachelisting oder den Logs entnehmen, wie wahrscheinlich eine Konfrontation mit anderen Personen ist oder welche Stellen besonders gefährlich sind. Es kann auch nicht schaden, sich vor dem Aufbruch einen Überblick mit Hilfe von Google Earth zu verschaffen, um sich mit dem Aufbau des Geländes bekannt zu machen.In den allermeisten Fällen ist davon abzuraten, Lost Places alleine zu besuchen – überlegt also vorher genau, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Gruppe zu bilden. Ein zu großes Rudel sollte sich natürlich auch nicht unbedingt auf einmal sehen lassen, von nächtlichen Besuchen ist in den allermeisten Fällen abzuraten …Desweiteren sollte immer jemand wissen, wo ihr euch aufhaltet und wann ihr eure Rückkehr oder notfalls einen Anruf plant. Denn im Zweifelsfall habt ihr euch gut getarnt und unauffällig auf das Gelände begeben, dafür hört und sieht euch im Notfall aber auch niemand.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anreise. Besonders Lost Places, die in kleinen Ortschaften liegen, fallen fremde Fahrzeuge schnell auf. Plant im Zweifelsfall also vorher anhand einer Karte, wo ihr möglichst unauffällig parken könnt und welcher Weg von dort zum Lost Place günstig ist.

  2. Einstieg Schon beim Betreten des Lost Places ist einiges an Vorsicht geboten. Nicht selten sind die Gelände umzäunt oder gar bewacht, und selbst wenn das Gebiet frei zugänglich ist gibt es skeptische Zeitgenossen, die hinter jeder Beobachtung eine Verschwörung vermuten. Daher sollte man ein paar einfache Tipps beachten:
    • Versucht immer einen unbeobachteten Moment abzupassen
    • Legt euch eine einfache, nicht übretriebene Ausrede bereit (das kleine Geschäft hat sich an dieser Stelle bewährt)
    • Tragt nicht gleich die Vollausrüstung offensichtlich am Körper, pinkeln mit Kletterausrüstung und Kopflampe kauft euch niemand ab!
    • Benutzt in jedem Fall bereits bestehende Zugänge, zerstört nichts um auf das Gelände zu gelangen, brecht also nicht selber ein!

    In gewissen Situationen kann es hilfreich sein, den Einstiegspunkt im GPS markiert zu haben.

     

  3. Ausrüstung Neben der normalen Cacherausrüstung können ein paar Hilfsmittel sinnvoll sein. Auf jeden Fall sollte aber ein voll aufgeladenes Handy zu eurer Ausrüstung gehören. Falls ihr im Team oder im Rudel seid, sind PMR-Funkgeräte von Vorteil, wenn ihr euch aufteilen wollt.Sehr wichtig ist (besonders beim Einstieg), dass Ausrüstung entweder im Rucksack ist oder offen am Körper getragen wird. Im Ärmel versteckte GPS-Geräte sehen doch sehr verdächtig aus!Desweiteren sollte alles, was euch verraten könnte, mit Bedacht eingesetzt werden. Taschenlampen in von außen gut einsehbaren Bereichen oder Fotografieren mit Blitz zeiht schnell die Aufmerksamkeit von Muggeln auf euch. Handys sollten auf Vibrationsalarm gestellt werden und PMR-Funkgeräte mit Headset fangen nicht im unpassendsten Moment an zu sprechen …
  4. Erster Überblick Schaut euch nach dem Betreten des Geländes zunächst genau um. Dabei solltet ihr besonders auf die folgenden Dinge achten:
    • Welche (Not-)Ausgänge gibt es?
    • Wo kann ich zur Not in Deckung gehen?
    • Welche Stellen sind besonders gefährlich? (Einsturzgefahr, Sichtbarkeit)

    Es ist immer wichtig zu wissen, wo man sich befindet und wie man dort auch wieder weg kommt. Darüberhinaus ist das oberste Gebot (nicht nur bei Lost Places), sich und andere niemals in Gefahr zu bringen!

  5. Bewegen auf dem GeländeWährend eures Aufenthaltes auf dem Lost Place-Gelände solltet ihr, trotz eures verständlicherweise starken Entdeckerdranges, immer genau überlegen was ihr tut. Überprüft immer, ob das Betreten einer Stelle sicher ist und was passieren würde, sollte sich etwas als instabil herausstellen. Das Betreten der untersten Sprosse einer rostigen Leiter mag verschmerzbar sein, ein plötzlich einbrechender Dachboden ist eher lebensgefährlich. Auch hier kommt ihr nicht an einer eigenen Entscheidung vorbei. Dabei ist natürlich nicht nur auf den Boden, sondern auch auf eventuell von oben herunterfallende Teile zu achten!Sehr wichtig ist auch, Rücksicht auf Andere im Team / im Rudel zu nehmen. Nicht jeder ist unbedingt der fitteste Kletterer, daher sollte der „Gruppenzwang“ niemals die Vorsicht überschatten!
  6. Gegenstände auf dem Gelände Häufig findet man auf Lost Places Gegenstände, die vielleicht historisch interessant oder in sonstiger Hinsicht wertvoll sind (alte Zeitungen, elektrische Bauteile, …). Allerdings seid ihr Besucher, auch wenn sich wahrscheinlich niemand mehr für auf dem Lost Place zurückgebliebene Gegenstände interessieren wird.Grundsätzlich gilt, dass ihr nichts verändern solltet – das betrifft auch herumliegende „Artefakte“. Lasst nichts, was ihr mitgebracht habt, zurück, nehmt nichts mit, was schon vorher da war und verlasst den Lost Place soweit dies möglich ist genau so, wie ihr ihn vorgefunden habt!
  7. Andere Personen auf dem Gelände Natürlich kann es vorkommen, dass ihr bei eurem Aufenthalt auf dem Lost Place-Gelände anderen Personen begegnet. Im besten Fall sind dies andere Geocacher oder Sprayer, im schlimmsten Fall Polizeibeamte oder gar der Besitzer.Auf gar keinen Fall solltet ihr in Panik geraten, wenn ihr glaubt, „erwischt“ zu werden. Bedenkt, dass ihr zwar in den meisten Fällen illegal dort seid, aber im Gegensatz zu anderen Personen nichts zerstört oder klaut. Die folgenden Punkte sollten helfen, von Fall zu Fall klug zu entscheiden:
    • Werft, falls ihr gut gedeckt seid, einen Blick auf die Person(en). Vielleicht könnt ihr erkennen, um welche Gruppe es sich handelt. Achtet besonders auf Kleidung (Uniformen, Anzüge oder eher Freizeitklamotten, …) und mitgeführte Gegenstände (Rucksack, Taschenlampen, GPS-Geräte, …). Falls die Person(en) auf Anhieb als Geocacher zu erkennen ist/sind, besteht natürlich keine Gefahr, andernfalls müsst ihr überlegen, welche Reaktion die beste ist.
    • Überlegt, ob ihr die Möglichkeit habt, euch zur Not solange zu verstecken, bis die Person(en) das Gelände verlässt/verlassen. Falls es sich um einen Kontrollgang des Besitzers oder der Polizei handelt, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht jede Ecke ausgiebig inspiziert werden.
    • Solltet ihr euch nicht verstecken können, überlegt, ob ihr es schaffen könnt, das Gelände unauffällig zu verlassen. Auf gar keinen Fall solltet ihr überstürzt fliehen, denn fals ihr dabei doch erwischt werdet, seid ihr völlig zu Recht verdächtig.
    • Sollte eine Konfrontation unvermeidlich sein, ist es besser, sich gleich offen zu zeigen anstatt das Spiel bis zur zufälligen Begegnung zu treiben. Wenn ihr offen auf die Personen zugeht, könnt ihr nicht für Kupferdiebe oder Ähnliches gehalten werden und die meisten logisch denkenden Menschen werden auf einen Polizeieinsatz verzichten. Außerdem besteht immer noch die Möglichkeit, dass es sich einfach um andere interessierte, ebenso „inoffiziell“ anwesende Personen handelt!

    Es ist nicht unbedingt falsch, eine Ausrede parat zu haben. Diese sollte aber auf keinen Fall zu ausgefallen sein, damit ihr eure Glaubwürdigkeit bewahrt. „Historisches Interesse“ sollte in den meisten Fällen genügen, „einfach nur fotografieren“ ist vielleicht noch besser. Von Fall zu Fall schadet es auch nicht, die Wahrheit zu sagen, sofern ihr glaubt, eurer neuen „Bekanntschaft“ vertrauen zu können. Ehrlichkeit ist immer erste Wahl, denn Lügen werden erkannt und ihr verliert wahrscheinlich eure weitere Glaubwürdigkeit!

     

  8. Rechtliches Eigentlich möchten wir die rechtliche Seite hier nicht weiter vertiefen, da wir dafür nicht qualifiziert sind. Ein paar Anmerkungen sollten aber schon sein: 
    • Sofern das Gelände, das ihr betretet, eingezäunt oder auf andere Art und Weise als Privatgelände gekennzeichnet ist, ist das Betreten in jedem Fall und unabstreitbar illegal. Darüber müsst ihr euch klar sein und bei einer Konfrontation mit Besitzer oder Polizei müsst ihr auch dazu stehen!
    • Der Tatbestand beim unbefugten Betreten eines „umfriedeten Besitztums“ ist Hausfriedensbruch (§§ 123f. StGB). Es handelt sich dabei um ein Antragsdelikt, das folglich der Strafanzeige des Besitzers oder dessen Angehörigen bedarf. Natürlich kann jede andere Person (besonders die Polizei) einen entsprechenden Hinweis an den „Verletzten“ weitergeben. Darüberhinaus ist Hausfriedensbruch ein Privatklagedelikt (§ 374 Abs. 1 StPO), was bedeutet, dass längst nicht jede Anzeige strafrechtlich verfolgt wird sondern in vielen Fällen auf den Privatklageweg verwiesen wird. Das ändert natürlich nichts am Tatbestand !!!
    • Sofern ihr vom Besitzer oder einer anderen dazu berechtigten Person zum Verlassen des Geländes aufgefordert werdet, ist dieser Aufforderung unbedingt und sofort Folge zu leisten!

    Ihr seid in jedem Fall für euer gesamtes Handeln ausschließlich selber verantwortlich. Auch oder besonders der Cacheowner kann nicht zur Verantwortung gezogen werden, da ihr mit der Benutzung der „großen“ Geocache-Datenbanken die gesamte Verantwortung für eure Aktivität übernehmt.

Unseren Erfahrungen zufolge kann der Lost Place-Aufenthalt unter Berücksichtigung dieser einfachen Grundregeln zu einem zwar nicht ungefährlichen, aber dennoch weitestgehend sicheren und spannenden Abenteuer werden!

Abschließend sei noch gesagt, dass nciht jeder „Lost Place“ einen Cache braucht. Wer sich für solche Gelände interessiert, ist vielleicht beim Thema Urban Exploration richtig. Werdende Cacheowner sollten imemr darüber nachdenken, ob man das entsprechende Gebiet der Cachergemeinde „aussetzen“ möchte oder nicht. Nicht jeder Cacher hält sich an die Grundregeln zum Betreten solcher Orte, viele Menschen zerstören Lost Places, weil sie nicht wissen, dass sie damit einen wichtigen Teil der Geschichte zerstören und anderen den Spaß nehmen.

The Hawks

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3 Antworten zu Geocaching: Lost Place Dos & Don’ts

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